Stiftung heute

Im Laufe des beinahe einhundertjährigen Bestehens der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Illenau sind
zahlreiche zweckgebundene Zuwendungen von Bediensteten, leitenden Mitarbeitern aber auch von
Patienten und deren Angehörigen in Stiftungen zum Wohle der Illenau und deren Patienten umgewandelt
worden. So bestanden bis zur Schließung der Anstalt im Jahre 1940 die folgenden Stiftungen mit den
unterschiedlichsten Stiftungszwecken.

Weihnachtsstiftung
Offiziell gegründet 1903
Allerdings schon seit Anstaltsgründung bestehend
Zweck: Bestreitung des Aufwandes für die Christbescherung, für musikalische und gesellige Unterhaltungen,
für Anschaffungen zur Belehrung und Erheiterung der Kranken, zur Ausschmückung und Verschönerung
der Krankenhausräume, zu Gaben an Arme in der Umgebung der Anstalt und an andere arme und sehr
hilfsbedürftige Personen

Vereinigte Stiftung
Zusammengesetzt aus den Zeller-, von Gahlen-, von Reischach-, Schultheß- und Weiß- und Fürstin
Bariatinsky-Stiftungen (1852-1899)
Ziel: Unterstützungskasse für arme Entlassene und bedürftige Angehörige von Pfleglingen; Unterhaltung
von Grabstätten

Rollerstiftung
1852 anlässlich des 25sten Dienstjubiläum Direktor Rollers eingerichtet
Zweck: Gründung einer Bildungsanstalt für Krankenpfleger
1882: Gründung einer Wärterschülerinnen-Schule im sog. „Rollerbau“

Hergt-Weidmannsche Wärter-Unterstützungsstiftung

Zum 50sten Dienstjubiläum von Geheimrat Hergt im Oktober 1885 gegründet
Sammlung von Geldern und Vermächtnis der früheren Oberwärterin Fräulein Weidmann
Zweck: Unterstützung von Wärtern und sonstigen niederen Bediensteten der Anstalt und von Hinterbliebenen
dieser Beamten und Bediensteten, welche ohne ihr Verschulden aus dem Anstaltsdienst geschieden sind,
in Krankheitsfällen und sonstigen Fällen der Hilfsbedürftigkeit

Klara Reimann-Deffinéstiftung
1890 gegründet von Klara Reimann-Deffiné
Zweck: Förderung der Psychiatrie: Stipendien an Ärzte für Reisen zu wissenschaftlichen Zwecken,
Anschaffung von Apparaten und Werken, die zur Fortbildung in der Psychiatrie geeignet erscheinen

Schülestiftung
Zum 40sten Dienstjubiläum von Geheimrat Schüle 1903 eingerichtet
Ziel: Erziehungsbeihilfen für Kinder von in der Anstalt anwesenden und ehemaligen bedürftigen und würdigen
Pfleglingen der Anstalt Illenau

Wegen Auflösung der Anstalt Illenau im Jahre 1940 wurden Sitz und Verwaltung aller Stiftungen an das ehemalige
Psychiatrische Landeskrankenhaus Emmendingen verlegt. Die Stiftungszwecke wurden dahingehend verändert,
dass die Erträgnisse der Stiftungen statt der Anstalt Illenau den ehemaligen badischen Anstalten Emmendingen,
Wiesloch und Reichenau zufließen sollten.

Die unterschiedlichsten Stiftungszwecke, die mit den Zuwendungen zu verfolgen waren, spiegeln sehr gut die
Verhältnisse der damaligen Zeit wieder. Vieles ist natürlich nicht mehr zeitgemäß und von der Entwicklung zu
einem modernen Sozialstaat und den Veränderungen in der psychiatrischen Krankenversorgung überholt.

Die Illenauer Stiftungen haben sich dieser Entwicklung angepasst und mit Beteiligung der Stiftungsaufsichtsbehörde
Aufgaben und Stiftungszwecken eine neue Ausrichtung gegeben.

So existieren heute noch zwei Stiftungen, die - kurz zusammengefasst - das folgende Aufgabenprofil aufweisen.

Hergt-Weidmann-Stiftung
- Unterstützung von Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeitern der Psychiatrischen Zentren
- Emmendingen, Wiesloch und Reichenau.

Reimann-Roller-Stiftung
- Förderung der Psychiatrie
- Stipendien an Ärzte für wissenschaftliche Zwecke
- Direkte und indirekte Unterstützung bedürftiger Patienten, Bewohnern und derer Angehörigen
- Gewährung von Unterstützung an Angehörige und frühere Angehörige der Zentren für Psychiatrie Emmendingen,
- Wiesloch und Reichenau.

Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Stiftungsmitteln besteht nicht. Die Stiftung kann aus rechtlichen Gründen
ausschließlich im Einzugsgebiet der ehemaligen badischen Anstalten Emmendingen, Wiesloch und Reichenau
tätig werden.